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Gründe für Vertrauen in Arztbewertungsportale

Sevda can Arslan, M.A.

Das Projekt geht der Frage nach, ob und warum Menschen Arztbewertungen im Internet vertrauen. An Arztbewertungsportalen lässt sich die Funktionsweise von Vertrauen im Internet besonders klar beobachten: Zum einen geht es um Informationen, die besonders relevant sind, denn das Risiko bei der Übernahme von Informationen über einen Arzt ist potenziell sehr groß. So kann die falsche Behandlung durch einen empfohlenen Arzt schwerwiegende bis tödliche Folgen haben. Zum anderen bleiben die Verfasser von Arztbewertungen fast komplett anonym. Bis auf wenige Angaben zur Versicherungsform, dem ungefähren Alter und manchmal dem Geschlecht erfährt der Arztbesucher nichts, und selbst diese Angaben sind nicht verbürgt.

Dem Bewerter in einer solchen Situation zu vertrauen ist also doppelt schwierig. Der Arztsucher weiß einerseits, dass die Übernahme einer Arztbewertung ein Risiko birgt, andererseits hat er kaum Hinweise zu deren Verfasser. Das Vertrauensproblem ist hier so verschärft, dass man es in seiner elementarsten Form beobachten kann.

Die empirische Untersuchung baut auf der hypertextlinguistischen Analyse des Projekts von Prof. Dr. Eckkrammer und Coline Baechler auf. Die Untersuchungsteilnehmer werden mit den dort ermittelten Prototypischen von Arztbewertungen und Arztbewertungen, die von diesen Prototypen stark abweichen, konfrontiert. Mithilfe des Think Aloud-Verfahrens und problemzentrierter Interviews wird dann untersucht, aus welchen Gründen die Teilnehmer den Arztbewertungen vertrauen.

Betreuer: Prof. Dr. Matthias Kohring